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Re i s e t a g e b u c h
Sultanat Oman
5. –19. Juni 2005
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Sonntag der 5.6.2005
Für 6:30 Uhr ist der Start in den mittleren Osten, in das Sultanat Oman angesagt und pünktlich kommt auch Dirk unser Chauffeur an diesem mit ca. 8 ° C in Deutschland recht kühlen Junimorgen. In gemütlicher Fahrt geht es über Sinzig und die B 9 nach Bonn und von hier über die Autobahn zum Flughafen Düsseldorf.
Bevor wir unsere Maschine besteigen, die um 12.20 Uhr pünktlich abhebt, gönnen wir uns im Flughafenrestaurant erst noch ein Zigarettchen, denn es soll, wie mittlerweile fast alle Flüge auf dieser Welt, ein langer Nichtraucherflug werden. Wenn Kloten auch im Vergleich zu Frankfurt oder Düsseldorf ein relativ kleiner Flughafen ist, so schafft es doch auch er, bei uns das Gefühl für die große, weite Welt zu wecken, denn aus aller Welt schweben hier die Giganten der Lüfte, die Jumbo Jets der Singapore – und Thai Airline ebenso ein, wie Flieger von American Airlines oder Emirates. In etwa in gleicher Zahl, wie die Maschinen hereinkommen, so heben sie auch wieder ab, so dass die Zahl der Maschinen vor dem internationalen Terminal mit etwa 15-20 in etwa konstant bleibt.
Unsere Maschine, eine Boeing 737 ist nicht vollständig ausgebucht. Die Passagiere sind eine bunte Mischung aus einigen wenigen Europäern, Afghanen, Pakistanis, Omanis, und Leuten aus den Emiraten. Die Swiss Air Linienmaschine ist im Vergleich zu anderen Fliegern, etwa den Touristenbombern der LTU relativ geräumig. Die Fernsehschirme, in den Rücklehnen der Vordersitze eingelassen, bieten außer der Flugstreckeninformation Unterhaltung per Videofilm oder elektronischen Spielen.
Unser Flug führt uns also nach einem problemlosen und pünktlichen Start quer über die Alpen, Österreich, Jugoslawien, Bulgarien und Rumänien nach Istanbul und über die Türkei nach Zypern in Richtung naher Osten. Gleich nach dem Start wird uns ein wunderbares Essen mit, was sollte es auch anderes geben, Züricher Geschnetzeltem und Berner Rösti serviert. Danach gibt es kostenlos Kaffee und zwischendurch alkoholische und nicht alkoholische Getränke unserer Wahl in beliebiger Menge. Der Service ist einfach perfekt, das Personal professionell und ausgesucht höflich und freundlich. Wir überfliegen in einer Höhe von knapp 12.000 m und mit knapp 1000 km/h Larnaka, anschließend Syrien und bewegen uns dann entlang der Irakischen Grenze über Saudi Arabien. Schließlich schwenkt die Maschine etwas nach Norden über den Persischen Golf ein, um in Dubai gegen 21.00 Uhr einen Zwischenstop einzulegen. Hier ist für die ganz überwiegende Mehrzahl der Passagiere offensichtlich Endstation dieses Fluges. Wir nutzen den etwa 20 minütigen Aufenthalt und verlassen die Maschine für ein Zigarettenpäschen in der überwiegend von Flughafenpersonal überfüllten Raucherbox. Lästig ist, dass auch wir als Transitpassagieren eine erneute, intensive Boardingkontrolle nicht durchlaufen müssen, welche die meiste Zeit unseres kurzen Aufenthaltes auf diesem hochmodernen und sehr ansprechend gemachten Flughafen mit seinem sehr exotisch wirkenden Publikum in Anspruch nimmt.
Gegen 21.40 Uhr hebt unsere Maschine erneut pünktlich zu dem nur ca. 45 minütigen Flug in den Oman, nach Muscat, ab. Nur eine handvoll Passagieren bevölkert nun noch unseren Flieger. Kaum haben wir die Reiseflughöhe von knapp 10.000 m erreicht, leitet der Pilot auch schon wieder den Sinkflug auf den Flughafen Muscat ein. Ruhig und sicher setzen wir auf der Landebahn in Muscat auf.
Der Temperaturschock ist gewaltig, als wir dem Flugzeug entsteigen obwohl zwischenzeitlich der Stundenzeiger bereits gegen 22.30 Uhr gewandert ist. 36°C hatte uns der Pilot beim Anflug auf den Oman vorhergesagt und die schlagen uns erst einmal gewaltig mitten in unsere Gesichter. Schon auf der Gangway schießt uns der Schweiß aus allen Poren und Kondenswasser auf den Brillengläsern vernebelt den Blick auf dieses Land, das wir heue Nacht zum ersten Mal betreten. Halbwegs erträglich wird es erst wieder im klimatisierten Flughafengebäude. Worauf haben wir uns da eingelassen?
Die Einreiseformalitäten nebst Visabeschaffung sind
schnell und unkompliziert erledigt. Nachdem wir den Zoll passiert haben und die
Ankunftshalle betreten, sind wir erst einmal angenehm überrascht. Eine Unzahl
gleich, in weißen langen Gewändern gehüllte Männer bevölkern die Ankunftshalle.
Sie alle tragen uns gleich erscheinende Käppis mit hellblauen Stickereien.
Teilweise begleiten sie in schwarz gekleidete, überwiegend im Gesicht
verschleierte Frauen. Wir entdecken gleich am Ausgang unseren Reiseleiter mit
einem L’Tur Schild, auf dem unsere Namen Mr./s Goßmann prangen. Eine angenehme
Überraschung im Vergleich zu unserer letzten
Montag der 6.6. 2005
Heute nun also ist die Hauptstadt des Sultanats Oman, Muscat, angesagt. Gegen 9.00 Uhr begeben wir uns zu unserem ausgiebigen Frühstück, wo ein Blick aus dem Fenster auf den wolkenlosen, milchig hellblauen Himmel eine kleine Ahnung vom Klima hier gibt. Der erste Schritt aus dem angenehm klimatisierten Hotel konfrontiert uns dann mit der Realität, einer unsäglich empfundenen Hitze. Ganz langsam schreiten wir hinunter in Richtung Hauptstraße und dann nach Süden, in Richtung Stadt, die aber noch weit mehr als 20 Kilometer vor uns liegt, wie wir später feststellen werden.
Auf der
gegenüberliegenden Seite der teilweise mehr als 4-spurigen Einfallstraße nach
Muscat Richtung Meer machen wir im satten Grün die ersten palastartigen Gebäude
aus. Hieran schließt sich das Diplomatenviertel an. Nach wenigen hundert Metern
in glühender Hitze können wir den hupenden Angeboten der Taxifahrer nicht mehr
wiederstehen und steigen in ein solches Gefährt ein. Es wird
Wir nehmen den direkten Weg in die Markthallen, an deren Eingang die Geflügelschlächter ihrem blutigen Handwerk nachgehen. Das frische Geflügel, das hier sein Leben aushaucht, verströmt quasi als letzten Gruß in der Hitze einen sehr unangenehmen, beißenden Geruch. Wir hasten vorbei in den überdachten Teil des Marktes. Hier müssen sich unsere Nasen mit dem völlig andersartigen Geruch von frisch gefangenem Fisch auseinandersetzen. Allerlei Meeresgetier liegt hier kreuz und quer durcheinander. Außer Hai - und Thunfisch aber können wir keines der Meeresgeschöpfe irgendeiner bestimmten, uns bekannten Art zuordnen. Ein paar Schritte weiter gehen die Fischschlächter ihrem blutigen Handwerk nach und zerteilen geschickt die frisch gekauften Fische ihrer Kundschaft in küchenfertige Portionen. Der äußerst strenge Geruch hier lässt ebenfalls keine größeren, länger andauernden Bewunderungen zu. Wir entkommen dem allem durch die relativ harmlos erscheinende Abteilung Obst und Gemüse nach draußen.
Nach
dieser geruchsintensiven Einstimmung auf Mutrah ist es für uns an der Zeit, im
gegenüberliegenden Hotel Marine in zivilisierter und klimatisierter Atmosphäre
unseren Flüssigkeitsvorrat neu aufzubauen. Im obersten Geschoss des Hotels liegt
das Restaurant, das neben Getränken zu zivilen Preisen einen wunderschönen Blick
auf die Berge, über den Hafen und die Bucht von Mutrah bereit hält.
Frisch gekühlt und mit den nötigen Flüssigkeitsvorräten versehen, machen wir uns anschließend auf, tiefer in das Städtchen hinein. Jetzt stellen wir fest, dass dieser Besuch völlig falsch getimt war, denn alle Geschäfte machen hier wegen der wahnsinnigen Hitze, das Thermometer steigt auf über 40 ° C, in der Zeit von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr zu. Wir schleppen uns mühsam durch den ausgestorbenen Ort und langsam macht sich die Überzeugung in uns breit, dass wir unsere Abfahrtzeit mit 15.00 Uhr viel zu spät vereinbart haben. Wir folgen den vereinzelten Schatten, welche die fast senkrecht stehende Sonne ganz vereinzelt produziert und landen nach einem kleinen Gang durch den ausgestorbenen Soukh wieder am Hafen. In einer Saftbar bekommen wir noch ein letztes Wasser, bevor auch dieses Lokal die Gittertore herunter lässt. So schleppen wir uns langsam an unseren Ausgangspunkt zurück, als plötzlich unser Chauffeur uns schon von weitem zuwinkt. Wir waren zwar eine halbe Stunde zu früh, werden aber von ihm bereits erwartet und aufs Herzlichste begrüßt. Scheinbar laufen zu dieser Zeit die Taxigeschäfte für nicht besonders prächtig. Jedenfalls geht es in zügiger Fahrt durch den immer dichter werdenden Feierabendverkehr in Richtung Holiday Inn, das er mit nachtwandlerischer Sicherheit findet. Hier ist er offensichtlich mehr zuhause als Downtown Muscat.
Zurück im Hotel haben wir uns erst einmal einen Kaffee verdient, dann eine gute Stunde absolute Ruhe. Gegen 17.00 Uhr brechen wir noch einmal auf, um uns in einem kleinen Laden um die Ecke mit Getränken zu versorgen. Dann zurück, duschen und zum Dinner, das wir uns in 1 ½ Stunden genüsslich zu Gemüte führen und bei dem wir diesen Tag in Muscat noch einmal Revue passieren lassen. Ein schöner Ausklang eines, wegen des gewöhnungsbedürftigen Klimas doch sehr anstrengenden ersten Tages im Oman.
Wir stellen jedenfalls fest, dass dies hier eines der heißesten Ecken der Erde ist, die wir auf unseren bisherigen, ausgedehnten Reisen jemals besucht haben. Salalah soll dem Vernehmen nach etwas kühler sein, warten wir es ab. Andererseits erfüllt es uns ein wenig mit Stolz, dass auch das fortgeschrittene Alter und die damit einhergehenden Unpässlichkeiten uns bis heute nicht daran hindern, Neues zu entdecken.
Für den kommenden Tag gibt es kein Programm. Gegen 13.00 Uhr werden wir im Hotel abgeholt, unsere Maschine nach Salalah startet gegen 15.00 Uhr und wenn alles klappt, woran kein Zweifel aufkommen muss, werden wir zum Dinner morgen Abend im Hilton Salalah Platz nehmen können.
Dienstag den 7.6.2005
Relativ gut ausgeschlafen genießen wir ab 9.00 Uhr eine gute Stunde lang das Frühstücksbüfett des Holiday Inn und beobachten den Gärtner, der draußen in der prallen Sonne kniend ein Beet vom Unkraut befreit. Im Swimming Pool aalt sich ein Europäer. Kleine Vögelchen suchen ab und zu keuchend den Schatten auf der Fensterbank und werfen sehnsüchtige Blicke auf die Krümel auf den Frühstückstischen, die für sie aber unerreichbar bleiben denn, die Fenster des klimatisierten Frühstücks Restaurant können nicht geöffnet werden. Die wenigen Gäste verlieren sich an den verschiedenen Tischen des überdimensioniert erscheinenden Frühstücksraumes.
Die genaue Lektüre der jeden Morgen unter der Tür liegenden Tageszeitung offenbart uns, was am heutigen Tag uns in diesem Land wettermäßig erwartet. Muscat 42 ° C mit einer Luftfeuchtigkeit von 25-60 %. Die Dhofar Region im Süden um Salalah meldet Höchsttemperaturen um 34 ° C und vereinzelt Schauer in den Bergen. Die Luftfeuchtigkeit liegt hier allerdings bei bis zu 80 %. Ein ganz anderes Klima also und wenn die Beschreibungen in der Omaninformation stimmen, dürften dies auch schon die ersten Vorboten des Mitte Juni im Süden des Oman regelmäßig einsetzenden Monsuns sein.
Rechtzeitig haben wir die Abreiseformalitäten in unserem Hotel erledigt und warten in der klimatisierten Lobby darauf, von Bahwan Tours, unserem lokalen Reiseveranstalter zum Flughafen gebracht zu werden, was für 13.15 Uhr vorgesehen war. Um 12.45 Uhr kam ein hochgewachsener junger Mann in Landestracht zu uns und stellte sich als unser Chauffeur zum Flughafen vor. Nein, wir sollten uns Zeit lassen, er sei viel zu früh. Wir sind aber bereits reisefertig und steigen in den großen, klimatisierten Toyota Allrad Jeep ein, mit dem wir nun in rascher Fahrt zum Flughafen Muscat gebracht werden. Wir fahren vorbei an der großen Moschee, auf die der Fahrer ganz offensichtlich sehr stolz ist. Etwas enttäuscht ist er von uns vielleicht deshalb, weil wir dieses monumentale Bauwerk während unseres kurzen Aufenthaltes in Muscat gar nicht besichtigt haben, was auch für Touristen und Frauen nach seiner Auskunft zu bestimmten Zeiten möglich und ein unbedingtes Muss ist. Wir unterhalten uns während der sehr angenehmen Fahrt zum Flughafen über den Oman und Deutschland, an dem er sich sehr interessiert zeigt und schließlich auch über den Süden des Oman, Salalah. Er klärt uns auf, dass die Menschen im Süden des Oman von der dunklen Hautfarbe her eher dem Menschenschlag zuzurechnen sei, der im Jemen zuhause und schon stark nach Afrika orientiert ist. Nach seiner Auskunft ist auch unser Vorhaben, auf eigene Faust den Süden per Auto zu bereisen, völlig problemlos möglich. Wir werden uns überraschen lassen.
Am Flughafen angekommen, sind wir erneut sehr angetan von der Modernität und Sauberkeit dieser Anlage. Es herrscht kaum Betrieb. Auch dieser Teil der Reise verläuft also völlig stressfrei, keine Warteschlange vor den Abfertigungsschaltern, kein Gedrängele, wie wir es von anderen Flugreisen her kennen. Einfach eine völlig entspannte, bestens durchorganisierte Art zu reisen, wie wir sie schon seit langen Zeiten nicht mehr erlebt haben. Die Sicherheitskontrollen passieren wir völlig ohne Probleme, wenn wir auch mit über 45 kg reichlich Übergepäck haben, alles kein Problem.
Befreit von unseren schweren Koffern begeben wir uns in die Abflughalle, wo ein bestens sortierter Duty Free Shop auf uns wartet, der vom Angebot her mit Sicherheit mit allen großen Flughäfen dieser Welt konkurrieren kann. In der sehr großzügig dimensionierten Abflughalle halten sich überwiegend Passagiere auf, deren Heimat die umliegenden Regionen um den Indischen Ozean, Pakistan, Indien, Persien sein mussten. Lediglich eine handvoll Europäer können wir anhand ihres Aussehen als solche identifizieren. Die Zeit bis zum Einchecken ist mit ca. 1,5 Stunden mehr als reichlich bemessen und wir überbrücken sie bei einem süßten Becher Milchkaffee in einem der vielen Flughafenrestaurants bei einer guten Zigarette. Die ganze Atmosphäre dieses Landes, wie wir es bis hierher erlebt haben, hat etwas beruhigendes, entspannendes für uns. Wären nicht diese unsäglich heißen Temperaturen, es wäre ein Land zur totalen Entspannung und Erholung. Der Hitze des Tages aber können wir heute größtenteils entgehen, haben wir uns doch bisher lediglich aus dem klimatisierten Hotel zum Auto und vom klimatisierten Auto in das klimatisierte Flughafengebäude von Muscat bewegt.
Gegen 15.00 Uhr begeben wir uns in den Abfertigungsraum für den Flug nach Salalah. Unsere Mitreisenden scheinen ausschließlich in dieses Land zu gehören, uniform in weiß gekleidete Männer und ausnahmslos in schwarz verhüllte Frauen warten hier auf den Aufruf der Maschine. Nach der Anzahl der hier versammelten Passagiere dürfte die Boeing 727-400 nicht ausgebucht sein. Ein Bus voll mit Passagieren wird dann auch zu der auf dem Vorfeld wartenden Maschine gefahren. Obwohl wohl jeder, wie auch wir, auf der Bordkarte einen Platz zugewiesen bekommen haben, geht sofort ein Geschacher um die Sitzplätze los. Männer zu Männern, Frauen zu Frauen. Plötzlich kommt ein neuer Pulk Passagiere hinzu, die nicht mit uns im Warteraum gesessen haben. Das könnten Stand By Passagiere sein, die im letzten Moment gebucht haben und den Kampf um die Sitzplätze erneut entfachen. Bis alle Plätze mit Hilfe der teils energisch durchgreifenden Flugbegleiter verteilt sind, ist unsere planmäßige Abflugzeit verstrichen. Dennoch, es geht los und wir überfliegen nun in großer Höhe für eine gute Stunde eine menschenleere, gebirgige, graubraune Wüste. Der Flug ist ruhig und wir genießen ein schmackhaftes Mittagsmahl, bestehend aus orientalisch gewürztem Hühnchen mit goldgelbem Safranreis, dazu ein kleiner Obstsalat und Wasser. Nach dem Essen gibt es noch einen starken Kaffee, dann wird auch schon der Anflug auf Salalah eingeleitet. Der Ausstieg aus der Maschine gestaltet sich ähnlich chaotisch wie das Einsteigen, denn kaum hatte die Maschine aufgesetzt, beginnen die ersten Passagiere schon, sich aus ihren Sitzen zu befreien und die Gepäckfächer über den Sitzen zu öffnen. Schnell aber hat der Steward auch diese Ausfallerscheinung in den Griff bekommen und am Ende geht dann alles doch entsprechend dein internationalen Gepflogenheiten recht gesittet zu.
Das Vorfeld des Flughafens macht uns unmittelbar mit der neuen Klimazone hier vertraut. Kaum aus dem Flugzeug verspüren wir auf den wenigen Metern zum Flughafengebäude schon an unseren Händen die um ein vielfaches höhere Luftfeuchtigkeit der Region Dhofar.
Beladen mit unserem ebenfalls heil angekommenen Gepäck treten wir hinaus in die Empfangshalle, wo wir von einem freundlichen, dunkelhäutigen Bediensteten des Hilton Hotels Salalah in Empfang genommen werden. Wir sind also die einzigen Europäer in der Maschine gewesen und die einzigen Gäste, die für das Hilton an diesem Abend mit der Maschine aus Muscat ankommen. In einem kleinen Hotelbus fahren wir zunächst über eine prächtige, mehrspurige Palmenallee in Richtung Stadt. Dann geht die Fahrt weiter über eine autobahnmäßig ausgebaute, von tiefem Grün und Palmen gesäumte 4-spurige Straße Richtung Westen parallel zum Indischen Ozean. Nein, das müssen auch hier unten andere Menschen als wir sein, denn ungeachtet der für uns schon im Ruhezustand nur schwer zu ertragenden Schwüle wird hier entlang der Straße begeistert Fußball gespielt oder gejoggt. Nach etwa 10 Kilometern scheint die Stadt zu Ende zu sein und wir nähern uns den sehr industriell anmutenden Hafenanlagen von Salalah. Dazwischen aber kann Edith das Hilton Hotel ausmachen. Nach einigen weiteren Kilometern dreht unser Fahrer auf die Gegenspur und fährt zurück bis zum Hilton Hotel, das ziemlich einsam zwischen Stadt und Hafen gelegen ist.
Die
Anmeldeformalitäten sind unkompliziert, der Welcome Drink in der Lobby ist eine
echte und äußerst willkommene Erfrischung. Wir versinken erst einmal in den
Polstern der luxuriös ausgestalteten Lobby und lassen dieses großzügig und edel
erscheinende Hilton
Das Haupt Speiserestaurant, eins von dreien, bietet an diesem Abend ein Büfett unter dem Motto “Fiesta Neapolitana“. Das Restaurant ist um diese Zeit, immerhin um 20.00 Uhr, allerdings nur sehr spärlich besucht. Das ändert sich im Laufe unseres Besuchs auch nicht grundlegend, außer dass sich etwa 10 Seminarleute im Laufe der Zeit noch zum Essen einfinden. Es mag aber auch dran liegen dass die Gäste zum Dinner sich auf die Zeit zwischen 19.00 Uhr und 23.00 Uhr verteilen und wir an diesem Tag zu den ersten gehören. Edith fällt sofort auf, dass sie an diesem Abend ganz offensichtlich der einzige weibliche Hotelgast in diesem Hause zu sein scheint. Das Servicepersonal ist besonders aufmerksam und zuvorkommend. Die Auswahl an Salaten, warmem Essen und Beilagen entspricht ohne Abstriche dem europäischem Standard eines 5 Sterne Hauses. Wir nehmen allerdings das Angebot nicht wahr, uns ein frisches Steak grillen zu lassen, was möglicherweise eine Bereicherung des Buffets dargestellt hätte. Es wird an diesem Abend aber auch sonst genügend schmackhaftes und interessantes geboten, um unsere Gaumen zu verwöhnen. Nach dem Essen trinken wir noch einen American Coffee und machen uns anschließend auf zu einen kleinen Rundgang um den Pool in Richtung Strand. Die Hafenanlage in der Ferne ist jetzt in gelbes Scheinwerferlicht getaucht und sieht nicht einmal schlecht aus. Nicht mehr so störend jedenfalls wie am Tage. Im Hintergrund faucht der Indische Ozean wenig vertrauenserweckend, geschweige denn zu einem Bade einladend. Draußen auf Reede liegen mehrere Frachter und warten offensichtlich darauf, in den Hafen einlaufen zu können. Über uns funkelt ein sternenklarer Himmel. Für heute soll es das dann Mal gewesen sein und wir verziehen uns auf unser Zimmer, um dem morgigen, eigentlich ersten richtigen Urlaubstag, der in vollem Umfang der Erholung gewidmet sein soll, entgegen zu schlummern.
Mittwoch den 8.6.2005
Es muss erst in den frühen Morgenstunden gewesen sein, als wir richtig in den Schlaf kommen. Um keine Erkältung zu riskieren, bleibt über Nacht die Klimaanlage im Zimmer ausgeschaltet was allerdings dazu führt, dass selbst das dünne Baumwolllaken im Bett zu warm ist.
Um 8.00 Uhr beginnen wir dann an dem vielfältigen Frühstücks Buffet herumzuexperimentieren. Besonders fein schmecken die frisch gepressten Säfte. Die dienstbaren Geister des Hilton sind ständig um uns herum und intensiv um unser Wohl besorgt, so dass es einem schon beinahe aufdringlich erscheint. Nach 1 ½ Stunden ist unser Frühstücksritual beendet und wir erkunden auf einem kleinen Rundgang die Poolanlage und den Strand. Alles ist piksauber und sehr schön angelegt. Hohe Palmen spenden reichlich Schatten auf der Liegewiese. Am Strand sind mehrere kleine Pavillons aufgestellt, unter denen ebenfalls Liegestühle aufgestellt sind. Dazwischen etwa 50 m weißer Pudersandstrand, bis der unendliche erscheinende Indische Ozean mit seinen unermüdlich herandonnernden Wellen Besitz vom Strand ergreift.
Laut der auf dem Frühstückstisch ausgelegten Gästeinformation erwartet uns heute ein Tag mit 31 ° C Höchsttemperatur und einer Minimumtemperatur von 26 ° C. Der Indic ist 26 ° C warm, der Pool 28 ° C. Wenn uns die hohe Luftfeuchtigkeit auch bei der kleinsten Anstrengung den Schweiß aus den Poren treibt, so haben wir doch alles in allem beste Voraussetzungen für einen erholsamen Urlaub angetroffen.
Bevor wir uns an den Stand verziehen, kann ich mit Hilfe einer sehr netten, jungen, schwarz eingehüllten Dame an der Rezeption ein kleines Problemchen lösen. Wir haben ab Donnerstag bei Budget Oman einen kleinen Toyota Echo gebucht, den wir laut Buchungsunterlagen im Crowne Plaza in Salalah, also mindestens 15 Kilometer entfernt in der Stadt abholen sollten. Ein kurzes Telefonat mit dem Stadtbüro von Budget hat zum Ergebnis, dass die Leute uns morgen den Wagen in unser Hotel bringen werden. Damit haben wir uns den Kampf mit den Taxifahrern und die Fahrt in die Stadt bei diesen Temperaturen erst einmal erspart. Laut telefonischer Auskunft soll dieser Service von Budget auch kostenlos sein. Wenn also auch das noch klappt, würde sich ein weiterer absoluter Erfolg in der Reiseplanung an alle bisherigen reihen. Volles Kontrastprogramm zu Ägypten also.
Nachdem dies in die Wege geleitet ist, verkriechen wir uns unter einen kleinen Pavillon direkt am Strand vor der senkrecht stehenden Sonne, die erbarmungslos auf das Land herunter schien. Die Wellen des Meeres werden immer höher und kommen immer näher. Für den Nachmittag ist der Höchststand der Flut angesagt. Wir bleiben mehr oder weniger regungslos im Schatten liegen und beobachten stundenlang dieses Naturschauspiel. Mehr bleibt uns an diesem Tag nicht übrig.
Mit einem
guten Kaffee im Strandrestaurant beende ich für meine Person diesen Strandtag,
während Edith die nach 16.00 Uhr angenehmer werdenden Temperaturen noch eine
weitere Stunde auf der Liege ausnutzte. Ein erholsamer Urlaubstag in sehr
angenehmer Umgebung ohne Massenstress geht also so zu Ende. Das alles kann man
sicherlich ein, zwei oder auch drei Tage machen. Wenn dann aber die Neugierde
wächst, außer dem Hotel etwas mehr vom südlichen Oman zu erfahren, und sei es
nur die Stadt und die nähere Umgebung zu erkunden, ist man im allein und relativ
abseits gelegenen Hilton nicht besonders gut aufgehoben. Öffentlicher
Nahverkehr, etwa mit Bus in die Stadt findet hier nicht statt. Draußen vor dem
Hotel lauern eine Vielzahl von Taxis und auch über das
Am Abend ist ein koreanisches Buffet angesagt. Nach einer hervorragenden Suppe gibt es schmackhaften und exotisch gewürzten Salat vom Salatbuffet. Als Hauptgang wähle ich verschiedne Sorten Fleisch und sehr feinen Basmati Reis. Zum Abschluss Käse und ein Leckerchen vom Dessertbuffet. Mit diesem weiteren kulinarischen Höhepunkt geht dieser Tag langsam zu Ende. Wir schlendern noch ein wenig an den kleinen Geschäftchen im Hotel vorbei und unterhalten uns noch ein wenig mit dem netten, sehr dunkelhäutigen jungen Mann an der Rezeption. Er schildert uns, wie man sich den Monsun hier vorzustellen hat. Für uns kaum nachzuvollziehen, wie man sich auf eine solche Nebel- und Nieselregenperiode freuen kann. Die aber ist für die Region lebenswichtig. Besonders hebt er hervor, dass in dieser Zeit nicht die Sonne scheint, was für die Menschen hier eine besondere Erleichterung darstellt.
Zum Abschluss überreicht er uns noch eine kleine Karte der Region mit den Stadtplänen der größeren Orte und Städte in der Region. Das Studium dieser Unterlage zeigt uns, dass es in den kommenden Tagen doch einiges Interessantes anzusehen gibt.
Im Zimmer angekommen schweift unser Blick noch einmal hinüber über den kilometerlangen Sandstrand in Richtung Salalah. Plötzlich taucht in der Dämmerung eine etwa 20 köpfige Kamelherde auf, die wohl an dem kleinen, ins Meer fließenden Fluss zum Tränken geführt wurde. Nach einer halben Stunde verschwindet diese Herde wieder ins Hinterland so mysteriös, wie sie gekommen ist.
Donnerstag den 9.6.2005
Um 7.00 Uhr klopft jemand, offensichtlich versehentlich, an unsere Türe. Damit ist die Nacht für uns um. Der Strand liegt noch unter einem weißen Nebelschleier und dunkelgraue Wolken ziehen vom Meer her in Richtung Berge. Eine halbe Stunde später hat die Sonne schon ganze Arbeit geleistet, und diesem Naturschauspiel ein Ende bereitet. Ein klarer Morgen mit einer hell strahlenden Sonne gibt den Auftakt für diesen Tag.
Nach unserem gewohnt ausgiebigen Frühstück und der Tischreservierung für das abendliche Barbecue am Strand wandeln wir in die Lobby und überpünktlich tritt ein freundlicher junger Mann in Landestracht auf uns zu, der Repräsentant von Budget Car. Rasch und unbürokratisch sind die Formalitäten erledigt und eh wir uns versehen, sind wir stolzer Besitzer eines weißen Mitsubishi Lancer. Zwar hatten wir mit Toyota Echo eigentlich einen Kleinwagen gebucht, aber das hier für das gleiche Geld war auch nicht schlecht. Budget war mit zwei Leuten gekommen, so dass wir den Budget Mann nicht auch wieder an den Flughafen fahren müssen, was wir natürlich gerne getan hätten, hat er uns doch eine Taxifahrt mit über 15 Kilometern erspart. Auf dem gleichen Wege können wir das Fahrzeug wieder abgeben. Es wird nach 7 Tagen wieder im Hotel abgeholt, und das alles ohne einen Cent extra. So also setzt der Oman seinen guten Eindruck von perfektem und professionellem Service für uns fort.
Als nächstes ist Geldwechsel angesagt, denn morgen ist Freitag und damit moslemischer Sonntag, an dem normalerweise die Geschäfte geschlossen sind. Wir folgten dem Rat des Autovermieters und finden auf Anhieb einen Geldwechsler in der Innenstadt, der uns zu einem anständigen Kurs unsere Euro in Rial wechselte. Da es zwischenzeitlich schon nach 11.00 Uhr ist, verzichten wir darauf, den Soukh zu besuchen, der ohnehin bald schließen wird. Statt dessen fahren wir in Richtung Jemen, die Hauptausfallstraße hinaus aus der Stadt. Jetzt versorgen wir uns erst einmal mit ausreichend Trinkwasser. 0, 150 RO pro 1,5 Liter sind ein Spottpreis im Vergleich zu den 1.700 RO, die wir im Hilton für eine große Flasche Wasser hinblättern müssen. Das ist eben 5 Sterne Luxus, den wir uns hier leisten und der seinen Preis hat.
Danach
geht unsere Fahrt weiter über die gut ausgebaute, fast menschen- und autoleere
Straße am Hafen von Salalah vorbei Richtung Westen nach Al Mughsayl. Hier
bekommen wir einen ersten Eindruck von der wilden Landschaft und dem
lebensfeindlichen Gebirge, das hier bis an die Küste stößt. Nur ganz vereinzelt
spitzt etwas Grün aus dem kargen, dunkelbraunen Geröll. Dazwischen ein paar
Gegen 13.00 Uhr haben wir unseren ersten kleinen Ausflug in den Westen des Dhofar beendet und verbringen den Rest des Tages am Swimming Pool. Am späten Nachmittag wird es auch hier ein wenig unruhig, denn im hinteren Teil der Gartenanlage wird das Barbecue aufgebaut. Das scheint heute Abend wirklich etwas Größeres zu werden.
Gegen
20.00 Uhr bewegen wir uns in den Garten unseres Hotels. Fackeln erleuchten die
kleinen Holzbrücken über den kleinen Teichen in diesem Teil des Hilton, die
Palmen sind stimmungsvoll von Lichterketten erleuchtet und verwandeln den
gesamten
Freitag den 10.6.2005
Der Himmel an diesem Freitag Morgen ist um 7.00 Uhr eigentlich grau-weiß und mit einigen dunklen Wolken bestückt. Die Sonne hängt als große, helle Scheibe über dem Horizont, während vom Meer her mehr oder weniger dichte Nebelschwaden auf das Land ziehen. Kein Zweifel, wir dürfen hier den Anfang der Monsunzeit erleben, die sicherlich nicht über Nacht oder von einem Tag auf den anderen einsetzt, sondern allmählich Besitz von diesem Teil des Oman ergreift. Nach nur einer Stunde aber hat die Kraft der Sonne die Wolkenreste über dem Meer aufgelöst und es sieht so aus, als gehen wir erneut einem sehr heißen Tag entgegen.
Der um diese Zeit auf der Straße zwischen Stadt und Hafen bereits merklich einsetzende Berufsverkehr findet an diesem Morgen nicht statt. Nur vereinzelt suchen einige LKW den Weg in den Hafen. Es ist Freitag, der Tag der Ruhe in der moslemischen Welt.
Wir bereiten uns in aller Ruhe bei unserem ausgiebigen Frühstück auf diesen nächsten Urlaubstag vor.
Zunächst steht ein kleiner Ausflug in die Stadt auf dem Programm, bei dem wir zum einen uns er Leergut entsorgen und zum anderen unsere Wasservorräte auffrischen wollen.
Erneut bietet der Einkauf im Supermarkt einen Beweis für die außerordentliche Freundlichkeit und Höflichkeit der Leute. An der Kasse spricht mich ein älterer, einheimischer Mann direkt an und erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden. Als ich nur kurz erwidere, dass es mir im Moment sehr heiß sei, nickt er nur verständnisvoll mit dem Kopf und lässt mir an der Kasse den Vortritt. In der Heimat käme bei uns wohl niemand auf die Idee, einen Ausländer zu fragen, wie es ihm geht. Das ist der Unterschied. Oman ist auf Schritt und Tritt ein freundliches und angenehmes Land.
Wir fahren weiter hinein in die Stadt und finden auf Anhieb die Strandpromenade. Sie ist fast menschenleer und frei von Autos. In langsamer Fahrt fahren wir hier entlang, auf der einen Seite der Straße der schäumende Indische Ozean, auf der anderen Seite eine Reihe von zum Teil halb verfallenen Häusern, denen man allerdings deutlich ansieht, dass sie bessere Zeiten gesehen haben. Auch wenn sie noch so unbewohnt scheinen, in dem einen und anderen Eingang hocken doch Menschen oder es tummeln sich Ziegen in den Hausfluren. Offensichtlich befinden wir uns hier im überwiegend von Indern und Pakistanis bevölkerten Schneiderviertel, denn ein Taylorshop reiht sich an den nächsten. Der allergrößte Teil der Geschäfte ist an diesem Freitag Morgen allerdings geschlossen.
Wir fahren die Stadt hinaus in östlicher Richtung durch die fruchtbaren Ebenen nach Taquah. Auf weitläufigen Farmen mit riesigen Bewässerungsanlagen werden hier Bananen, Gemüse, Obst und Kokospalmen angebaut. Schon bald aber wird das Land wieder sehr karg. Im Hintergrund grüßen die braunen, hoch aufsteigenden Berge und auf der anderen Seite in der Ferne der Indische Ozean. Dazwischen suchen vielköpfige Kamel- oder besser Dromedarherden das letzte Grün zwischen dem Geröll.
In zügiger Fahrt fahren wir wieder Richtung Salalah um uns gegen 13.00 Uhr an unserem unendlich erscheinenden Sandstrand für den Rest des Tages dem süßen Nichtstun hinzugeben.
Ab ca. 16.00 Uhr werden die Temperaturen am Strand wieder erträglicher, nachdem auch eine kleine Runde im Pool keine wirkliche Abkühlung gebracht hat. Es kommt jedenfalls ein leichter Wind auf und über den Bergen im Hinterland bildeten sich leichte Wolken, die teilweise die Sonne verdecken. Gegen 17.00 Uhr beenden wir diesen Teil des Tages. Auf dem Zimmer kredenzen wir uns gegenseitig den obligatorischen Sundowner, bestehend aus Scotch mit Mineralwasser, dann duschen wir uns das Salz von der Haut um uns anschließend zum täglichen Zeremoniell des abendlichen Dinners zu begeben. Das Dinner ist heute gekennzeichnet von eher arabischer Küche, sehr exotisch gewürzt und sehr schmackhaft. Anschließend fallen wir satt und zufrieden, andererseits aber auch hundemüde in die Betten. Samstag den 11.6.2005
Gegen 8.00 Uhr hat es die Sonne erneut geschafft, die dichten Nebel über dem Indischen Ozean und die Wolken ins Hinterland, in die steil aufsteigenden Berge zu schieben.
Über Quayrun Hayriti geht es wieder hinunter in die Ebene von Salalah, das wir nach etwa 25 Kilometern zügiger Talfahrt wieder sicher erreichen. Allerdings kommen wir jetzt an dem Ostende der Stadt an und nehmen die Gelegenheit war, das zweite 5 Sterne Hotel von Salaha, das Crowne Plaza, zu besichtigen. Die Anlage liegt ebenfalls direkt am Meer, erscheint uns aber ungeachtet der sehr prunkvoll gestalteten Lobby bei weitem nicht so schön wie das Hilton. Offensichtlich war es zu dieser Zeit auch nicht gut besucht, jedenfalls waren sämtliche Liegen am Pool und am Strand frei und auch sonst hielt sich in diesem Hotel niemand auf, der wie ein Gast ausgesehen hätte. Das Beach Restaurant sah sich auch nicht in der Lage, uns einen Kaffee zuzubereiten. Also sparten wir uns das und fuhren zurück in unser Hotel, war zwischendurch doch auch die große Mittagshitze ausgebrochen, zu der sich allmählich die Straßen wieder leerten und die Geschäfte nach und nach schlossen. Am Ende unserer Straße, wo wir zurück zum Hilton in einem großen Kreisverkehr wenden mussten, fuhren wir noch die Shell Tankstelle an, um unseren Benzinvorrat aufzufüllen. Hier nun kam die nächste angenehme Überraschung. Als der Durst unseres Mitsubishi mit rd. 30 Litern gestillt war, zeigte die Uhr einen Preis von 4 OR, was etwa 8 ,00 € entspricht. 0,121 OR / Liter Super Benzin, das sind Zeiten, die bei uns in Deutschland schon sehr lange vorbei sind. Glücklich und zufrieden, beladen mit sehr vielen Eindrücken beenden wir diesen aktiven Teil des heutigen Urlaubstages und begeben uns zur Entspannung zum Pool.
Das Wetter ist an diesem Nachmittag wirklich zweigeteilt. Strahlender Sonnenschein über Strand und Meer. Über den Bergen bildet die hohe Luftfeuchtigkeit hohe weiße Kumulus Wolken aus, die teilweise auch schon einmal die Sonne verdecken. Alles in allem aber ein schöner Urlaubstag.
Am frühen Abend entschließen wir uns, noch einmal in die Stadt zu fahren, da unsere Zigarettenvorräte zur Neige gehen und wir nicht wissen, ob vielleicht doch am Sonntag die Geschäfte teilweise geschlossen sind. Im großen Supermarkt an der Tankstelle decken wir uns zunächst mit unserer Hausmarke Gauloises ein. Hier die nächste Preisüberraschung. Eine Schachtel kostet einzeln 0,450 OR, eine Stange hingegen 4.100 OR (rd.8,50 €), was heißt dass wir eine Schachtel gratis bekommen. So geht es auch, lieber Herr Eichel, was die Tabaksteuer angeht.
Wir fahren anschließend weiter in die Stadt, um noch einmal die Corniche von Salalah abzufahren. Es ist nun gegen 18.30 Uhr und wir erkennen die Gegend kaum wieder. Überall auf den Straßen wuselt das Leben. Es hat sich ganz offensichtlich aus den Häusern heraus auf die Straße verlagert. Auf der dem Strand zugewandten Straßenseite sind unzählige runde Tische und Stühle aufgebaut und fast ausnahmslos voll mit Männern besetzt. Am Strand wird Fußball gespielt oder man sitzt im Kreis und spielt irgendwelche Spiele oder unterhält sich einfach. Wie runde Stammtische erscheint es uns, nur dass man hier auf der Erde sitzt. Vor den Häusern sitzen die Frauen mit ihren Kindern auf dem Gehsteig. Wir fahren zunächst die gesamte Strandstraße entlang und kehren am Ende in einem Kreisverkehr um. Schließlich halten wir vor einem kleinen Restaurant an und setzen uns zu den Einheimischen dazu, die am Nebentisch genussvoll ihre Sisha rauchen. Wir bestellen uns einen Tee und beobachten intensiv das lebhafte Treiben an diesem Abend. Die ganze Ecke hier hat den uns zunächst verschwendet erschienenen Charme der Lage abgelegt. Jetzt pulsiert hier das volle Leben der Stadt Salalah. In die tagsüber leblos erscheinenden, teils höhlenartigen Häuser ist auf einmal richtig Leben gekommen. Dennoch, alles geht hier ruhig und vergleichsweise leise zu. Man hört kein lautes Palaver, wie wir es sonst auch aus arabischen Ländern her kennen. Was hätten wir hier nur alles ohne ein eigenes Auto versäumt. Nachdem sich die Sonne endgültig hinter den Bergen verabschiedet hat, leert sich allmählich auch der Strand. Wir ziehen uns in unser Hotel zum Dinner zurück.
Sonntag den 12.6.2005
Gleich nach dem Frühstück ziehen wir heute erneut los.
Mirbat, das alte Fischerstädtchen ist heute angesagt. Gleich hinter Salalah
müssen wir uns einmal mehr durch eine vielköpfige Dromedarherde schlängeln, die
sich auf der Straße ungestört breit macht. Wir durchfahren noch einmal Taquat,
mit seinen beiden Festungstürmen auf den Hügeln. Dann geht es weiter auf der
Straße entlang der
Wir besichtigen anschließend das alte Fort und den Hafen, in dem eine große Menge Dhaus vor Anker liegen. Nach einer kleinen Rundfahrt durch das Städtchen, das neben Wohnhausruinen durchaus ansehnliche und große, reich verzierte Wohn- und Geschäftshäuser beherbergt, fahren wir wieder zurück in Richtung Taquah, um noch das als blühenden Garten beschriebene Wadi Darbat zu besuchen. Selbst nach mehreren Anläufen aber haben wir aber nichts gefunden, was der Beschreibung auch nur annähernd geglichen hätte. Eine kleine, ganz neue Straße die von der großen Hauptstraße ins Landesinnere abgeht und auf die ein Wegweiser „Darbaath“ hinwies, entpuppt sich nach mehren, steil abfallenden und kurvenreichen Kilometern als Sackgasse, die praktisch im Nichts endete. Wir versuchen unser Glück noch einmal über die große Hauptstraße, die aber zu keiner Zeit in ein Wadi mündet. Unser Versuch, im nächsten großen Ort über das Gebirge Richtung Westen nach Quayrum Hayritti zu kommen schlägt fehl. Die ebenfalls ganz neue Straße endet in einer riesigen Baustelle, aus der wir Mühe haben, wieder heraus zu kommen. Da wir nicht wissen, wie groß diese Bauselle ist und ob es danach auf einer Teerstraße weiter geht oder ebenfalls nur noch Feldwege zur Verfügung stehen, verzichten wir auch hier auf die Weiterfahrt ins Ungewisse, um keine Schäden am Auto zu riskieren. Also fahren wir zurück nach Salalah, gönnen uns in einer Saftbude einen wohlschmeckenden Mangosaft und lassen es für den heutigen Tag an Abenteuer- und Besichtungstour einmal gewesen sein.
Den Nachmittag am Strand eröffnen wir wie gewohnt mir einer guten Tasse Kaffee auf der Terrasse des Strandrestaurants. Danach geht es für ein paar Stunden auf die Liege am Strand in die Sonne.
Das Dinner an diesem heutigen Sonntag steht unter dem Motto „Fisch“. Fast alles, was der Indische Ozean hier zu bieten hat, findet sich auf dem Büffet wieder. Muscheln, Tintenfisch, Krabben, Garnelen, Makrelen und viele andere Fische, deren Namen wir gar nicht kennen. Alles ist sehr schön, schmackhaft und mit vielen exotischen Gewürzen zubereitet. So ist auch das heutige Abendessen erneut ein kulinarisches Highlight.
Montag den 13.6.2005
Nach dem Frühstück beschließen wir, uns heute ein wenig in Salalah umzusehen. Wir fahren zunächst in den Soukh im Zentrum Richtung Meer.
Zahlreiche kleine Geschäfte bieten überwiegend Parfüm, Bekleidung, Weihrauch in
allen Qualitätsstufen an. Wir sind an diesem Vormittag fast die einzigen
Besucher. Es ist völlig problemlos, sich durch den Soukh zu bewegen. Es gibt
keinerlei Belästigung durch
Gegen 11.00 Uhr hat das Thermometer wieder über 34 ° C erreicht und für uns wird jeder Schritt außerhalb klimatisierter Räume oder außerhalb des klimatisierten Autos zu einer echten Qual. Also ziehen wir uns wieder in die kühle und klimatisierte Atmosphäre des Hilton zurück. Heute soll ein entspannender Ruhetag werden, den wir am Abend noch mit einem kleinen Bummel an die Corniche beschließen.
Zuvor schlägt unser Versuch, bei einem Kappenmacher in der Nähe des Soukh, ein omanisches Männermützchen zu erstehen, fehl. Zum einen sind wir einfach für solche folkloristischen Kleidungsstücke nicht gemacht, zum anderen ist der verlangte Preis von 10 OR einfach zu hoch, denn das Teil hätte allenfalls bei uns für Karneval getaugt. Dafür aber ca. 20 € hinzulegen, steht in keinem vernünftigen Verhältnis.
Bei einer kühlen Cola in einem kleinen Restaurant am Strand genießen wir noch ein wenig mit den Einheimischen des Tagesausklang., nachdem wir uns zuvor noch einen kleinen Eindruck von dem riesigen Palast des Sultan von außen verschaffen können, der streng von der bewaffneten Palastwache bewacht wird.
Wir lassen uns am Abend das sehr stark und scharf gewürzte asiatische Büffet munden. Dann ist auch dieser Tag ein Teil dieser Urlaubsgeschichte.
Dienstag den 14.6.2005Direkt nach dem Frühstück brechen wir zu unserer Halbtagestour ins Gebirge auf, westlich von Salalah. Bis AL Mughsayl ist uns die Strecke ja bekannt, doch heute wollen wir noch etwas tiefer in Richtung Westen und damit auch in Richtung Jemen vorstoßen. Unsere Landkarte haben wir im Hotel vergessen, aber nach meiner Erinnerung gibt es eh nur eine einzige befestigte Straße in Richtung Westen, mehr oder weniger an der Küste entlang.
Wir fahren weiter über eine mit spärlicher Vegetation bedeckte Hochebene, von der ab links der Straße tiefe Taleinschnitte abgehen, die teilweise den Blick auf den weit unter uns liegenden Indischen Ozean freigeben. Wir fahren noch weiter bis Arift, ein Ort wie viele auf dem Land, in dem es nichts zu sehen gibt. Einfache kleine schmucklose Häuschen und mitten drin eine weiße, hübsche Moschee, die ruhig als das schönste Gebäude im Dorf bezeichnet werden kann. Wir haben nun von Salalah aus rund 100 km zurückgelegt. Hier oben auf etwa 1000 m Höhe sind die Temperaturen einigermaßen erträglich so dass wir es uns leisten können, zwischendurch auch der Klimaanlage des Autos eine Verschnaufpause zu gönnen. Da wir auch ohne Karte nicht unbedingt näher an die jemenitische Grenze fahren wollen, kehren wir kurzer Hand um und fahren die gleiche Strecke in zügiger Fahrt zurück.
Wieder in Salalah angekommen, machen wir noch einige kleinere Besorgungen im Hinblick auf unsere nahende Abreise in Richtung Heimat. Den Rest des Tages gönnen wir uns Ruhe, Erholung und Entspannung im Hotel.
Mittwoch den 15.6.2005
Heute ist der letzte Tag, den dem wir mit eigenem Wagen
mobil sind. Wir nutzen diesen Umstand und fahren in Richtung Muscat. An der
4-spurigen Ausfallstraße steht ein Schild, Muscat 1079 Kilometer. Diese Strecke
hätte mich natürlich neugierig gemacht, aber wir müssen uns nicht zuletzt aus
Zeitgründen damit begnügen, die Strecke nur bis Thamarit zu erkunden. Die Straße
wird am Fuße des Gebirges zunächst 2-spurig mit einer zusätzlichen Kriechspur
für die LKW, die sich hier, beladen mit Baumaterial, Wasser, Öl oder lebenden
Ziegen im Schritttempo bergauf quälen. Oben im Gebirge angelangt öffnet sich
eine weite, vegetationslose Ebene, die nur von kleinen spitzen Erdkegeln
aufgelockert ist. Hier hindurch zieht sich schier endlos das schwarze
Asphaltband der Straße. Schon
Hier erledigen wir die restlichen Einkäufe eingedenk der Tatsache, dass wir dann ab morgen im Hilton ohne Auto gefangen sein werden. Wir tanken noch den Wagen voll und machen ihn so für die Rückgabe fertig, die für morgen früh um 10.00 Uhr im Hotel vereinbart ist.
Den Rest des Tages verbringen wir am Pool, nachdem wir auf ca. 1.200 km in der vergangenen Woche so ziemlich alles gesehen haben, was in Dhofar auf geteerten Straßen erreichbar ist.
Am Abend ist wieder das fernöstliche Büffet angesagt. Die Speisekarte wiederholt sich offensichtlich wöchentlich. Dennoch, alles ist wunderbar zubereitet und sehr schmackhaft und wir genießen es.
Wir stellen aber an diesem Abend fest, dass der Oman fürwahr kein billiges Urlaubsland ist, insbesondere dann nicht wenn man bei der Ernährung auf ein Hotel wie das Hilton angewiesen wäre. Für das Frühstück berechnet das Hilton umgerechnet rd. 13,00 €, für das Abendbüfett werden rd. 25,00 € fällig. Es empfiehlt sich also dringend, bei einem Aufenthalt hier zumindest Halbpension zu buchen, denn es gibt eigentlich weit und breit keine Alternative, wohin man kulinarisch ausweichen könnte und bei der Buchung der 14–tägigen Pauschalreise ist der Unterschied zwischen Übernachtung mit Frühstück und Halbpension marginal. Legen wir einmal den im Zimmer ausgehängten Preis für Übernachtung mit Frühstück in der von uns gebuchten Kategorie zugrunde (135 OR), würden sich die Kosten auf 270,00 € für Übernachtung mit Frühstück zuzüglich ca. 50,00 € Abendbüfett, insgesamt also auf 320,00 € / Tag belaufen. Das Ganze für 14 Tage würde also rd. 4.480 € kosten. Rechnet man vorsichtig noch rd. 300,00 € / Person für den Flug hinzu, ist man schnell bei regulären Gesamtkosten von rd. 5.000,00 € für einen zwei Wochen Urlaub für 2 Personen im Oman, wie wir ihn absolviert haben. Die Auskunft des LTur Mitarbeiters in Bonn, mit rd. 2,500 € Gesamtkosten einschließlich Mietwagen sei diese Reise ein Schnäppchen, ist also nicht völlig aus der Luft gegriffen.
Donnerstag den 16.6.2005
Die Rückgabe unseres Wagens hat leider nicht ganz so reibungslos geklappt wie die Übernahme. Bis 10.15 Uhr warte ich vergebens auf den Repräsentanten von Budget Cars. Ein Telefonat aber klärt alles auf. Ich kann den Wagenschlüssel an der Rezeption hinterlegen und damit ist der Fall für uns erledigt. Allerdings war der halbe Vormittag mit dieser Aktion erst einmal hinüber. Ein weiteres Mal aber hat mir die Rezeption des Hilton hier weiter geholfen.
Den Höhepunkt dieses Tages bildet das abendliche Barbecue in der palmenbestandenen Gartenanlage des Hilton. Wir genießen diesen Abend und die Vielfalt des kulinarischen Angebots in romantischer Atmosphäre unter den dezent erleuchteten Palmen. Das Wetter an diesem Abend ist für ein solches Vorhaben geradezu ideal. Temperaturen um die 25 ° C bei einem leichten, beständig vom Meer her wehenden Wind machen im Gegensatz zur vergangenen Woche das Ganze zu einem Vergnügen. Heute Abend lasse ich mir von dem chinesischen Koch ein mongolisches Gericht aus verschiedenen Sorten Fleisch und verschiedenen Sorten Gemüse mit erlesenen, teils scharfen Gewürzen zubereiten. Danach noch eine kleine Tortilla aus der mexikanischen Ecke. Zum guten Schluss rundet noch ein feiner Nachtisch aus Bananen das Ganze ab. Nach gut 1 ½ Stunden ist auch dieses kulinarische Feuerwerk, begleitet von dem gewohnt perfekten Service des Hilton vorüber und wir können glücklich und zufrieden diesen Urlaubstag beschließen.
Freitag den 17.6.2005
Heute gilt es, die ersten Vorbereitungen für unsere Heimreise zu treffen. Der Transfer zum Flughafen muss mit dem Hilton geregelt werden. Aus unserer Sicht reicht es, wenn wir gegen 16.00 Uhr zum Flughafen gebracht werden. Gegen 17.50 Uhr sollen wir dann in Richtung Muscat starten. Von dort geht es dann in der Nacht über Dubai und Zürich nach Düsseldorf.
Vielleicht gelingt es uns ja, dass wir unser Zimmer bis zum frühen Nachmittag behalten und den Tag bis zur Abreise noch am Pool genießen können. Wir werden sehen.
Nach dem Frühstück vereinbare ich völlig problemlos den Transfer mit dem Hotel. Wir fahren um 16.30 Uhr mit dem Hotelbus ab zum Flughafen und können unser Zimmer ohne weitere Kosten bis 16.00 Uhr benutzen. Das ist für uns fast ein ganzer gewonnener Urlaubstag. Auch in dieser Hinsicht zeigt sich das Hilton also von seiner besten Seite und stellt unsere Bedürfnisse in höchstem Maße zufrieden. Das sind einfach solche, für das Hotel sicherlich „Kleinigkeiten“, die den Gesamteindruck von einem solchen Urlaub entscheidend und nachhaltig mitprägen. An anderer Stelle hätten wir den Tag ab mittags um 12.00 Uhr wartend auf unseren Koffern in der Lobby verbringen müssen, denn weit und breit ist hier ja nichts anderes, als das Hotel.
Wir verbringen den Tag am Pool im Schatten eines Pavillons. Doch auch unser Bedürfnis nach Sonne, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt, ist irgendwann einmal befriedigt. Ich ziehe mich gegen 16.00 Uhr jedenfalls schon einmal aus der Sonne zurück.
Unser letztes Dinner im Hilton genießen wir an diesem Abend in einer besonderen Art und Weise, als plötzlich ein heißer Föhnwind das Restaurant durchweht und 4 schwarz eingehüllte Frauen unterschiedlichen Kalibers mit teils ebenso fülligen Kindern von der Terrasse her ins Restaurant eingeschwebt kommen. Sie inspizieren ausgiebig bis ins letzte Detail das Büffet und entschweben dann wieder, wie sie gekommen sind.
Nur wenig später treten als Kontrastprogramm sechs als
Ölscheichs verkleidete Männer auf die Bühne. Vielleicht sind es aber auch
richtige Ölprinzen, denn in diesem Teil der Welt müssen sie sich ja nicht
verkleiden. Jedenfalls gerät das Servicepersonal, insbesondere der Chef des
Abends, in hektische Betriebsamkeit. Die Herrschaften inspizieren ebenfalls
ausgiebig alle angebotenen Speisen, heben jeden Deckel auf und prüfen mit Augen
und Nasen, was das Hilton heute Abend so zu bieten hat. Dann entschließen sie
sich, zu bleiben. Zwei Tische werden rasch zusammengestellt, Stühle werden
gerückt, die Kopftücher der Männer werden zurecht gerückt und dann geht es los.
Einer der jungen Männer telefoniert ununterbrochen mit seinem Handy, während er
mit der anderen, freien Hand diverse Salate auf den Teller zirkelt. Der etwas
korpulentere von den Sechsen nimmt sich eine Tasse Gemüsesuppe, plackt sich in
seinen Stuhl am Tisch und trinkt die Tasse mit einem Zug aus. Für uns ist dieses
rustikale Benehmen nicht gerade Hilton
Mit diesen Eindrücken beschließen wir unseren letzten Abend im Hilton.
Samstag den 18.6.2005
Gut ausgeschlafen starten wir mit einem letzten, üppigen Frühstück in diesen unseren letzten Omantag. Als wir zurück ins Zimmer kommen, liegt ein Fax unseres örtlichen Reiseveranstalters im Zimmer. Alle Rückflüge sind bestätigt und mit einem herzlichen Danke Schön bedankt sich Bahwan dafür, das wir den Oman besucht haben. Das nennen wir perfekte Urlaubsbetreuung, wenn wir auch in der ganzen Zeit niemanden von Bahwan zu Gesicht bekommen haben. Sie haben uns perfekt im Hintergrund auf unserer gesamten Reise betreut. Dickes Lob an dieser Stelle.
Ich lasse mit im Hotel unsere Rechnung für die letzten 12 Tage fertig machen. 45 OR an Getränken ist o.k., wenn wir auch die Getränkepreise im Hilton für absolut überzogen halten. Es hätte ein Vielfaches sein können, wenn wir uns dank unseres Mietwagens nicht hätten selbst helfen können.
Den Rest dieses Tages bis zu unserem Abflug verbringen wir noch am Pool. Die Sonne hat es zum ersten Mal an diesem Morgen nicht geschafft, die sich in jeder Nacht über dem Meer aufbauende, schwere, dunkle Wolkenwand aufzulösen. Unermüdlich treibt der Wind die schweren, dunklen Wolken ins Hinterland, die aber heute ständig Nachschub vom Meer her bekommen. Es kann nun also nicht mehr weit zum Beginn der Khareef Saison sein. Der Himmel bleibt an diesem Tag bis zum Mittag bedeckt. Dann schafft es die Sonne doch, die Wolken aufzulösen und der Seewind tut ein übriges, diesen Tag zu einem weiteren Sonnentag werden zu lassen, der uns den Abschied aus dem Oman nicht gerade leichter macht.
Pünktlich um 16.30 Uhr starten wir Richtung Flughafen. Mit den Umsteigeaufenthalten in Muscat und Dubai wird es doch eine ziemlich anstrengende und langwierige Reise, die allerdings ohne größere Probleme oder Ärgernisse am Sonntag dann doch glücklich um 13.00 Uhr vor unserer Haustüre in Königsfeld endet.
Alles in allem blicken wir auf einen, in jeder Hinsicht gelungenen Urlaub zurück, der all unsere Erwartungen bei weitem übertroffen hat. Dass Deutschland uns mit Temperaturen um die 30 ° C begrüßt, machte das Wiedersehen dann doch auch zu einem freudigen Erlebnis. Doch, wir waren auch wirklich froh, wieder glücklich hier gelandet zu sein und stellten schon beim Anflug auf Düsseldorf mit all dem Grün erneut fest, auch Deutschland ist ein sehr schönes Land, und eben halt auch, unsere Heimat.
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